Wie ich zum Bullet Journaling kam…..

Gastautorin: Bianca Ebner,https://loeweherz.com/ 

Bullet Journaling

Zunächst vorweg:
Ich habe mich während meiner Berufslaufbahn an meinen Vorgesetzten orientiert, habe mir Dinge abgeschaut, gelernt, für gut oder schlecht befunden.
Zeitmanagement-, Lern- und Organisationsseminare besucht. Kapituliert – das gebe ich zu – habe ich bei der Methode der Japanerin Marie Kondo. Einfach weil ich denke, dass das Finanzamt was dagegen hat, wenn ich nur Dinge behalte, die mir Freude bereiten.

Ich würde behaupten, ich war schon recht gut organisiert und konnte so ein gutes Arbeitspensum schaffen. Manchmal war ich sogar besser organisiert, als ich von mir selber dachte.

Als ich in die Selbstständigkeit wechselte, ging ich zunächst genauso daran wie in meinem Angestelltendasein. Ich arbeitete viel und schaffte viel, erkannte aber, dass ich vor ganz andere Prioritäten gestellt wurde und auch Entscheidungen treffen musste, die mich vor die Wahl des Geld Verdienens oder Service am Kunden stellten.
Gerne hätte ich 24 Stunden gearbeitet und gelebt, um allem in meinem Leben gerecht zu werden. Erfolg im Beruf, Erfolg in der Partnerschaft, Erfolg in der Familie, Erfolg, Erfolg, Erfolg…

Mehr zu arbeiten und den Schlaf zu kürzen, war vorübergehend möglich – aber ich nehme es gleich vorweg: Es ist nicht die Lösung!
Dieser allseits gern zitierte Satz: „Selbst und ständig“ – schmiert ihn Euch hinter die Ohren und am besten nicht einmal dort hin.
Niemand kann alles selbst und niemand kann ständig, es sei denn er möchte frühzeitig ins Grab.

Nach einem gesundheitlichen Warnschuss und entsprechende Fälle in meinem Umkreis, wusste ich, dass etwas anders werden musste. Mittlerweile war es so, dass wenn ich To-Do Listen sah, ich regelrecht gelähmt war. Wie soll ich das schaffen und montags dachte ich schon, wie kann ich das bis zum Wochenende überhaupt bearbeiten können. Ich sah also immer nur das was ich nicht schaffte und was vor mir lag, registrierte aber nicht mehr was ich bereits geleistet hatte.
Die Ziele auf die ich hin arbeitete erschienen mir wie eine reine Zahlenwelt, ich hatte keinerlei verbindung dazu, ausser rationelles Denken, aber verinnerlicht habe ich es nicht wirklich.
Ich habe es halt getan, weil man nach betriebswirtschaftlichen Gesichtspunkten es so tut.

Per Zufall bin ich also auf einen Vortrag zum Thema Bullet Journaling gestossen- das sah alles sehr bunt und kreativ aus- es erinnerte mich etwas an die Do-it-Yourself Bastelkurse, in denen man Dinge auf shabby chic trimmen kann. Ganz hübsch, aber was soll mir das praktisch bringen?

Heute weiß ich, das jedes Journal anders aussieht und keineswegs einem Hippiebus gleichen muss. Die einzelnen Module und die Art und weise wie man es handhabt bleibt jedem Bedürfnis selbst überlassen.
Und schon sind wir bei dem Besonderen eines Journals: Egal ob Unternehmer oder Hausfrau, ITler oder Künstler – es wird jeder Art von Leben, Aufgaben und Bedürfnissen gerecht.

Wer den Slogan meiner Firma kennt „Es geht immer um den Menschen und seine Bedürfnisse“ wird sich also nicht wundern, warum mich genau diese Technik so angezogen hat. Ich selbst habe mittlerweile mehrere Journals und jedes ist anders.
Dabei geht es nicht nur um eine zeitplanerische oder sachliche Technik, damit man nichts vergisst- es geht auch darum, sich selbst die richtigen Fragen zu stellen und durch Reflektion sein Leben mit der wichtigen Säule des mentalen Seins, der Kraft der eigenen Emotionen und Werten zu untermauern.

Zu erkennen, ob die Ziele auf die man hin arbeitet wirklich die sind, die wir uns in der Tiefe unseres Herzens selbst wünschen oder ob wir einfach einer gesellschaftlichen Doktrin folgen.

Erscheint das Aufnehmen unserer Aufgaben und Ziele eine reine sachliche Angelegenheit zu sein, sind die Emotionen und Herzensangelegenheiten dahinter der Motor inklusive Treibstoff, der uns so leben lässt wie wir das möchten.

Da ich gerne neue Dinge ausprobiere und mir der Nutzen von Apps und Software durchaus verständlich ist, habe ich selbstverständlich entsprechende Programme genutzt. Outlook, gmail, trello…wie sie alle heissen. Effizient und effektiv wollte ich es haben. Zu guter letzt bin ich wieder beim Schreiben angelangt.
Wer schreibt, der bleibt – so ist es in der Tat. Niemals wäre ich auf die Idee gekommen, das der „Aufwand“ des Schreibens und Reflektierens mit näher an Effiizienz und Effektivität bringt, als der Vorgang manueller Techniken.
Die Reflektion ist ein Bestandteil meines Tages geworden und ich weiß genau, was macht Sinn und was ist eine Pflichtübung, die weder innerlichen noch äusserlichen Reichtum bringt.

Der Sinn weswegen ich den Beruf des Immobilienmaklers gewählt habe und der mich so begeistert hat und nach wie vor so begeistert, ist mir jederzeit präsent.
Der Kern ist nicht die Sache an sich, sondern die Menschen, die Emotionen und eine Verbesserung für die Leben anderer zu bringen.

Aus diesem Grund erzähle und zeige ich gerne das Prinzip des Bullet Journalings , weil es für mich als Selbstständige, die Verabschiedung von 2 Dokumentenmappen, uneffizienter IT und leerer Überstunden war. Dafür habe ich Lebensqualität, Lebenszeit und wirkliche Effizienz. Im Übrigen, hat auch mein innerer Kritiker Ruhe gefunden.

Das Leben ist schön!

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